Profile
Mark Taratushkin ist ein in Berlin lebender Konzertpianist, bekannt für technisch kompromisslose Programme und eine intensive Auseinandersetzung mit den historischen und politischen Dimensionen der Musik.
Mark Taratushkin wird von der Kritik als herausragender Virtuose gefeiert. Seine Liebe zum Detail, die Ausdrucksintensität und technische Brillanz seines Spiels faszinieren Publikum und Fachwelt gleichermaßen. Sein Repertoire konzentriert sich auf die Klavierwerke des 20. Jahrhunderts und die Musik der deutschen Romantik und umfasst einige der anspruchsvollsten Werke der Klavierliteratur – darunter die Étüden von Béla Bartók, die Klavierkonzerte von Sergej Prokofjew und die Paganini-Variationen von Johannes Brahms.
Geboren in der Ukraine, erhielt Taratushkin seinen ersten Klavierunterricht im Alter von fünf Jahren und setzte seine Ausbildung später an der Zentralen Musikschule in Moskau fort, wo ihn ein außergewöhnliches musikalisches Umfeld sowie Begegnungen mit renommierten Pianisten und Pädagogen wie Pavel Nersesyan und Dmitri Baschkirow prägten. Seine frühe Laufbahn war von Auszeichnungen bei mehreren internationalen Wettbewerben geprägt, darunter der „Anton Rubinstein“-Wettbewerb in Paris, „The Muse“ auf Santorini und der „Jakow Flier“-Wettbewerb in Moskau.
Am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium setzte er sein Studium bei Natalia Troull fort und vertiefte seine Auseinandersetzung mit dem philosophischen und expressiven Potenzial der Musik des 20. Jahrhunderts. Besonders Werke von Bartók, Prokofjew, Samuel Barber und Alberto Ginastera prägten sein künstlerisches Profil. Diese Auseinandersetzung mündete in sein Debütalbum mit Bartóks Étüden Sz. 72 – von Bartók selbst als „praktisch unspielbar“ bezeichnet – sowie ausgewählten Werken Prokofjews. Die Veröffentlichung führte zu Einladungen in ganz Europa und begründete seinen Ruf als eigenständiger und kompromissloser Interpret der Moderne.
“Schier unbegrenzten pianistischen Mitteln… ein Abend, an den man sich noch lange erinnern wird. Erst nach vier Zugaben ließ das Publikum den in Berlin lebenden Künstler ziehen.”
WITTLICHER KONZERTE · OKTOBER 2024
Im Jahr 2013 zog Taratushkin nach Deutschland, wo er seine Studien zunächst an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover bei Gerrit Zitterbart, anschließend an der Universität der Künste Berlin bei Klaus Hellwig fortsetzte. Diese Jahre markierten den Beginn einer kontinuierlich wachsenden internationalen Karriere mit Auftritten in der Berliner Philharmonie, im Gasteig München und in der Glocke Bremen sowie bei Konzertreihen in China, Japan und Singapur. Seine Konzerte wurden von WDR3, dem Kulturradio Berlin und dem Bayerischen Rundfunk übertragen.
Im Spannungsfeld deutscher Musiktradition vertiefte Taratushkin seine Beschäftigung mit dem Repertoire der Wiener Klassik und der deutschen Romantik – insbesondere mit Werken von Schubert, Brahms und Beethoven, die er mit strukturellem Feingefühl, historischem Bewusstsein und einer besonderen interpretatorischen Freiheit gestaltet. Zu den besonderen Höhepunkten dieser Zeit zählen u. a. eine Aufführung von Schostakowitschs erstem Klavierkonzert mit dem Trompeter David Guerrier unter der Leitung von Peter Csaba beim Santander Musikfestival sowie ein Kammermusikprogramm mit selten gespielten Werken von Enrique Granados beim Crescendo Festival Berlin. Seine künstlerische Entwicklung wurde durch Stipendien u. a. der Schweizer Stiftung Clavarte, der Paul-Hindemith-Stiftung, der Ad-Infinitum-Stiftung, der Ottilie-Selbach-Redslob-Stiftung und durch Yehudi Menuhins Live Music Now unterstützt.
In den letzten Jahren widmet sich Taratushkin verstärkt Soloabenden, die sich durch thematische Geschlossenheit und architektonische Dramaturgie auszeichnen – oft einem einzigen Komponisten gewidmet. Seine Konzerte begleitet er regelmäßig mit kurzen Einführungstexten oder moderierten Kommentaren, die einen unmittelbaren und reflektierten Zugang zur Musik ermöglichen. So verband sein Schubert-Programm „Der Wanderer“ die vier Impromptus op. 90, die G-Dur-Fantasie D 894 und Liszts virtuoseste Schubert-Transkriptionen – darunter Erlkönig und Gretchen am Spinnrade – zu einem Spannungsbogen zwischen lyrischer Innigkeit und dramatischer Dichte. In einem Chopin-Programm präsentierte er alle vier Balladen und den kompletten Étüdenzyklus op. 25 an einem Abend – eine Konstellation, die selten gewagt wird und höchste Konzentration und Ausdruckskraft verlangt.
“Bravorufe und begeisterten Beifall gab es für eine großartige Leistung. Den Namen Mark Taratushkin muss man sich merken. ”
HNA KASSEL · GERHARD RASSNER · AUGUST 2018
Taratushkins interdisziplinäres Interesse führte ihn zu einer Zusammenarbeit mit dem Künstler Ming Wong in Rhapsody in Yellow – A Lecture Performance with Two Pianos. Dieses politisch aufgeladene Bühnenprojekt verbindet Livemusik, Sprache, Archivmaterial und szenische Elemente zu einer vielschichtigen Reflexion über kulturelle Identität, Mythosbildung und musikalisches Erbe im Spannungsfeld zwischen den USA und China. Das Werk wurde u. a. beim Steirischen Herbst, den Berliner Festspielen, SPIELART München, den KunstFestSpielen Herrenhausen und in Singapur’s Esplanade Studios präsentiert.
Neben seiner Konzerttätigkeit engagiert sich Taratushkin auch intensiv in der musikalischen Ausbildung. Gemeinsam mit seiner Partnerin Maria Yulin gründete er PianoInsel in Berlin – ein lebendiges Zentrum für Bildung und künstlerische Entwicklung, das heute über einhundert Schüler:innen betreut. PianoInsel zählt zu den profiliertesten Institutionen für Klavierpädagogik in der Hauptstadt – bekannt für ihr professionelles Niveau, ihre familiäre Atmosphäre und eine eigene Konzertreihe.
CONCERT HALLS
- Berliner Philharmonie
- Gasteig München
- Die Glocke Bremen
- Sendesaal Bremen
- Esplanade Singapore
FESTIVALS & PRODUCTIONS
- Steirischer Herbst
- Berliner Festspiele
- SPIELART München
- KunstFestSpiele
- Herrenhausen
- Santander Music Festival
- Crescendo Festival Berlin
BROADCAST
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